Pressemitteilung 40/2008
Gemeinsame Veranstaltung der beiden Gremien
GroßansichtWaldbegang
GroßansichtWaldbegang
Obersulmer und Löwensteiner Gemeinderäte informieren
sich über „Natura 2000“
Die jährliche gemeinsame Veranstaltung der Gemeinderäte aus Obersulm und Löwenstein hat bereits langjährige Tradition: stets werden dabei Themen behandelt, die für die beiden Nachbarkommunen von gemeinsamem Interesse sind.
In diesem Jahr luden die beiden Bürgermeister Harry Murso aus Obersulm und Klaus Schifferer aus Löwenstein Gemeinderäte und Amtsleiter zu einer Informationsveranstaltung in den Forstlichen Hauptstützpunkt Löwenstein im Stollenhof ein.
Eine Besichtigung des Stützpunktes sowie die Einführung in die forstliche Thematik „Natura 2000“ standen auf der Tagesordnung.
Revierleiter Klaus Ulrich vom Forstlichen Hauptstützpunkt Stollenhof informierte die Mitglieder der kommunalen Gremien zunächst über die organisatorischen Strukturen der Forstverwaltung des Landkreises Heilbronn nach der Verwaltungsreform. Das Forstamt des Landratsamtes, an dessen Spitze der Leitende Fachbeamte Forsten Karl-Heinz Lieber steht, ist zuständig für annähernd 30.000 Hektar Wald im Landkreis Heilbronn. Es handelt sich dabei um 70 % Laubwald und 30 % Nadelwald. Die Hauptbaumarten, die in den Wäldern des Kreises zu finden sind, sind neben der Fichte (33%) und Buche (26%), die Kiefer (14%) und die Eiche (10%). Der Holzeinschlag beläuft sich nach Angaben des Forstexperten auf etwa 200.000 Kubikmeter im Jahr, Die Waldfläche ist überwiegend PEFC zertifiziert. Diese Zertifizierung stellt sicher, dass es sich um Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft handelt.
Die Forstamtszentrale im Landratsamt Heilbronn, so Revierleiter Ulrich, steht 20 Forstrevieren, sowie dem Forstlichen Hauptstützpunkt im Stollenhof vor. In diesem werden Sonderaufgaben für ganz Nordwürttemberg im Bereich Schulung und Beratung wahrgenommen. Weiterhin ist hier die Betriebsleitung des Forstreviers Stollenhof angesiedelt.
Neben der Forstwirt-Ausbildung und dem forstlichen Versuchswesen, werden im Stollenhof betriebsinterne und externe Fortbildungen durchgeführt. Dafür ist der Stützpunkt mit einem Schulungsraum, verschiedenen Werkstätten, Übungsplätzen, unter anderem für Motorsägearbeiten und einem Spannungssimulator ausgerüstet. Verschiedene Betriebsfahrzeuge und eine Cafeteria ergänzen das Angebot.
Die Ratsmitglieder der beiden Nachbarkommunen zeigten sich beeindruckt von diesen Informationen und der umfassenden Ausstattung des Stützpunktes.
Der Chef der Forstamtszentrale, Karl-Heinz Lieber referierte im weiteren Verlauf der Veranstaltung über das Projekt „Natura 2000 im Landkreis“. Es gibt im Landkreis 10 FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) und drei Vogelschutzgebiete, auf die besonderes Augenmerk geworfen wird. Eines davon ist das FFH-Gebiet Löwensteiner und Heilbronner Berge, mit Löwenstein und Obersulm. Beim Projekt „Natura 2000“ geht es darum, die Förster im Gebiet zu informieren und Kompetenzen aufzubauen und die Bevölkerung zu sensibilisieren. In verschiedenen Bereichen werden sogenannte „Lebensraumtypen“, z.B. der Buchenwald und Artenlebensstätten (z.B. für Hirschkäfer), sowie Offenlebensraumtypen, beispielsweise Felsen, besonders gehegt und gepflegt. Ansonsten wird normale Forstwirtschaft getrieben.
Wichtig ist dem Forstbeamten, dass naturgemäße Waldwirtschaft betrieben wird, in der gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte vereinbart werden.
Beim anschließenden Waldbegang im Klosterwald zeigte der Forstexperte den Gremiumsmitgliedern Beispiele für naturnahe Holzwirtschaft. In dieser spielt auch ein etwa fünfprozentiger „Totholz“-Anteil eine wichtige Rolle: Denn ein Drittel der Lebewesen im Wald, wie Schnecken, Pilze und Käfer, leben im oder vom Totholz.
Gemeinde Obersulm, Freitag, 19. September 2008